Denken Austauschen Besprechen („DAB“ oder „think pair share“)

Denken, Austauschen, Besprechen: Wohl die bekannteste, einfachste und eine der effizientesten Methoden, um die Schüler und Schülerinnen (SuS) zu aktivieren und für den Unterricht zu gewinnen. DAB eignet sich, um ein Unterrichtsgespräch vorzubereiten, das „subjektive Konzept“ der Schüler zu einem Thema zu aktivieren, bzw. um an die Vorstellungen und das Vorwissen oder an die Meinungen der Schüler heranzukommen. Man kann mit dieser Methode beispielsweise sehr gut eine Einleitung in ein neues Thema gestalten, aber auch das Ergebnis von einem zuvor durchgeführten Experiment besprechen.

 

Denken, Austauschen, Besprechen

Denken, Austauschen, Besprechen oder kurz: DAB. Dies ist eine effiziente kooperative Lernform, die für die Grundschule genutzt werden kann.

Was brauche ich für DAB??

1. Zuerst brauchen wir eine (offene) Frage –  zum Beispiel:

  • „Was weißt du schon über Nicaragua?“ (Sachunterricht) oder
  • „Welche Wörter, die mit A beginnen, gefallen dir besonders gut?“ (für den spr. Anfangsunterricht) oder
  • „Wie erklärst du dir, dass das Styropor schwimmt, das Radiergummi aber sinkt im Wasser?“ (Nachbesprechung eines Experiments, Sachunterricht)

Wichtig ist, dass es auf die Frage verschiedene Antwortmöglichkeiten gibt (Frage nach Vorwissen, Aufzählungsmöglichkeiten, Erklärungsversuche etc.).

2. Und dann brauchen wir nur noch etwas Zeit für den Ablauf der Methode…

Und wie läuft DAB ab?

Das ist schnell erklärt: in drei Schritten!

Schritt 1: DENKEN

Der Lehrer stellt eine Frage und fordert die SuS dazu auf, über die Frage nachzudenken. Wichtige Regel: Jeder denkt für sich nach, keiner redet.
Tipp: Man kann eine Karte vorbereiten. So lange man diese Karte hochhält, ist „Denkzeit“ und Reden verboten. So wird die Denkzeit markiert und die Schüler wissen genau, welche Aufgabe sie haben. Damit habe ich ganz gute Erfahrungen machen können.

Schritt 2: AUSTAUSCHEN

In kleinen Gruppen oder auch nur mit einem Partner tauschen sich die SuS untereinander aus (selbstverständlich in angemessener Lautstärke!) und vergleichen ihre Antworten, bzw. diskutieren darüber. Diese Phase kann auch „Murmelphase“ genannt werden. Der Lehrer achtet in dieser Phase darauf, dass sich jeder Schüler beteiligt und kann solche ansprechen, die sich nicht unterhalten.
Tipp: Für die Markierung des zweiten Schrittes eignet sich eher ein akustisches Signal, als ein visuelles – die Schüler reden und schauen sich gegenseitig an. Hier wird also keine Karte hochgehalten, stattdessen kann man z.B. ein Klangholz nutzen und Anfang und Ende der Murmelzeit markieren.

Schritt 3: BESPRECHEN

Die Murmelphase wird beendet und der Lehrer fragt einen beliebigen Schüler, welche Antwort er auf die gestellte Frage hat. Der Schüler darf nach gegebener Antwort einen anderen Schüler drannehmen, welcher wiederum seine Antwort präsentieren darf („Meldekette“: Die Schüler nehmen sich gegenseitig dran, ohne dass der Lehrer eingreift bzw. auswählt).
Regel: Jeder darf ausreden, der Lehrer kommentiert die Aussagen nicht!
Während der Besprechungsphase kann der Lehrer die Antworten schriftlich festhalten (Tafel, Overhead-Projektor, Smartboard) und am Ende bei Bedarf zusammenfassen. Und noch einmal: Gegebene Antworten dürfen nicht kommentiert oder bewertet werden („Genau richtig!“), da man m.E. so die Diskussion schnell in die eigenen Hände nimmt und den SuS die Möglichkeit nimmt, eigene Gedanken und Antworten zu formulieren.

 

Konkrete Einsatzmöglichkeiten von "Denken Austauschen Besprechen"

  • Nachbesprechung eines Experimentes (Ergebniserklärung)
  • Erstellen von Listen (Vorwissen)
  • Philosophieren (Dilemmageschichte, Meinungsbildung)

Was fällt euch noch ein? Wie kann man die Methode „Denken Austauschen Besprechen“ nutzen? Ging es schon einmal schief? Bisher konnte ich jedenfalls mit dieser Methode sehr positive Erfahrungen sammeln… Klappt, geht schnell und führt i.d.R. zu guten Ergebnissen! 🙂

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