Arbeitsblatt Lesenlernen

Lesenlernen in Klasse 1: Namenlese-Arbeitsblatt

Lesen mit wenigen Buchstaben ist langweilig. 

Gerade bei silbenorientierten Lehrgängen wird oft chorisches Lesen im Klassenverband genutzt, um erste Silben gemeinsam zu erlesen. Die Kinder lesen hier die abgedruckten Silben in gleichbleibender Geschwindigkeit laut vor… „Ma … Me … Mi … Mo … Mu„. Zwar kann man hier Spielereien und Tricks anwenden, die das Lesen interessanter gestalten (z.B.: „Jetzt lesen wir mal gaaanz leise.“, „Jetzt lesen nur die Kinder an der Fensterwand und die anderen hören mal zu und passen auf, ob das gut klappt. Danach wechseln wir.“, „Jetzt lesen wir mal mit ganz tiiiefer Stimme.“ usw.) , doch ein sinnentnehmendes Lesen ist hier logischerweise unmöglich. Die SuS lesen stumpf vor, welche Buchstaben sie erkennen und versuchen diese zu verknüpfen. Bevor ich nun aber zu kritisch klinge: Dieses chorische Lesen hat durchaus seine Berechtigung im Unterricht! Die SuS können durch stetiges Wiederholen lernen, wie einzelne Buchstaben zusammengezogen werden beim Lesen („S“ und „U“ ergibt „Su“), Buchstabenformen können sich so gemerkt auch werden und auch schwache SuS können ohne große Angst im Chor mitlesen (sich durchschummeln). Wer jedoch in den ersten Stunden nur chorisch sinnentleerte Silben lesen lässt, kann bei einigen Schülern das Interesse am Lesen schnell schmälern – das ist zumindest meine Überzeugung.

Hier bietet das Arbeitsblatt, welches ich vorstellen möchte, eine Abwechselung und eine Möglichkeit, erste Sinnhaftigkeiten zu erschließen.

 

Arbeitsblatt Lesenlernen

Dieses Arbeitsblatt bietet zahlreiche Spielmöglichkeiten und motiviert die Schüler zum Lesenlernen in Klasse 1. Ich habe damit zumindest gute Erfahrungen gemacht 🙂

Was soll das sein?

Auf dem Arbeitsblatt sehen wir neun unterschiedliche Gesichter. Unter jedem Gesicht steht ein Name. Und das war es auch schon. Der Aufbau des Blattes ist also denkbar simpel. Die von mir in dem Beispielblatt ausgewählten Namen sind übrigens willkürlich und können verändert werden. Wichtig hierbei: 1. Ein Großteil der Buchstaben, die in den Namen vorkommen, muss den SuS bekannt sein!  2. Es muss leichte (kurze, einfache) und schwere Namen (mehrsilbig, evtl. mit einem unbekannten Buchstaben) geben.

 

Was soll ich damit machen??

Man kann dieses Arbeitsblatt auf unterschiedliche Weise nutzen. Zunächst aber geht es um einen einfachen Arbeitsauftrag … Die SuS sollen hier Namen lesen. Jeder Schüler darf sich ein Gesicht aussuchen und sich leise den Namen durchlesen. Nun kann ein Spiel gespielt werden (entweder eigenständig als Partnerarbeit oder im Plenum): Ein Schüler beschreibt das gewählte Gesicht mit ganzen Sätzen mündlich (Spracherziehung!), ein andere Schüler darf raten, welches Gesicht gemeint ist und muss den Namen vorlesen. Es kann auch ein Satzanfang vorgegeben werden, der das Anfangen der Beschreibung leichter macht.

Beispiel: „Mein Gesicht hat … „, „Ich sehe eine/n …“ usw.

Die Schüler lernen, dass der Name (die Beschriftung) eine eindeutige Möglichkeit ist, herauszufinden, ob man das gleiche Gesicht meint. Das Lesen bekommt hier einen Sinn und macht (hoffentlich) Spaß. 🙂

 

Funktioniert das?

Ich habe dieses Blatt in einer ersten Klasse ausgeteilt und damit viel Freude bei den SuS auslösen können – aus diesem Grunde wollte ich es auch hier vorstellen, zumal es so einfach gestaltet und einsetzbar ist. Es ging so weit, dass Schüler eigene Namen-Lese-Blätter gestalteten und damit eigenständig spielten. Ist diese Art von Arbeitsblatt eingeführt, so kann das Spiel auch als Warm Up zu Beginn einer Stunde genutzt werden – natürlich braucht man immer wieder neue Gesichter und Namen.

 

Ein Namen-Lese-Blatt für die Klasse!

Es gibt die Möglichkeit, Kinder aus der Klasse auf dem Arbeitsblatt abzudrucken (mit Foto und Namen) – das ist zwar eine Supersache für die Motivation, doch gibt es hierbei ein großes Problem, welches es zu bedenken gilt: Die Kinder kennen ihre Namen untereinander und werden die Namen nicht mehr lesen und statt dessen auswendig auf die jeweilige Beschreibung antworten. Es ist alternativ denkbar, dass man (wenn man diese Art Arbeitsblatt öfter nutzen möchte), gelegentlich den Namen eines Kindes auf dem Blatt verwendet.

 

Ein letzter Hinweis:

Das hier hochgeladene Arbeitsblatt ist übrigens von mir hergestellt, was bedeutet, dass ihr es nach Herzenslust im Unterricht verwenden und kopieren könnt. Über Rückmeldung würde ich mich freuen, viel Spaß damit!!

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.